Die Stadt Bludenz steht vor einem wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer sicheren, regionalen und nachhaltigen Energieversorgung. Bürgermeister Simon Tschann wurde einstimmig von der Stadtvertretung ermächtigt, in der Generalversammlung der Nahwärme Bludenz-Bürs GmbH dem Baubeschluss für das neue Nahwärme-Heizwerk zuzustimmen.
Damit kann das Projekt vorbehaltlich der Zustimmung der Miteigentümer nach mehrjähriger Vorbereitungs- und Planungsarbeit in die Umsetzungsphase eintreten. Das Heizwerk entsteht auf dem Areal des ehemaligen Zementwerkes in Stallehr. Gemeinsam mit den Projektpartnern illwerke vkw und der Agrargemeinschaft Bürsverfolgt die Stadt Bludenz das Ziel, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und internationalen Energiemärkten schrittweise zu reduzieren und eine zukunftsfähige Wärmeversorgung für Haushalte, öffentliche Einrichtungen und Betriebe aufzubauen.
Das Herzstück der ersten Ausbaustufe bildet ein modernes Biomasse-Heizwerk mit einer Leistung von 4,5 Megawatt. Die dafür benötigte Biomasse wird aus der Region bezogen und sorgt damit für eine nachhaltige Wertschöpfung und kurze Transportwege. In der zweiten Projektphase soll auch mit der Inbetriebnahme des geplanten Lünerseewerks II dessen Abwärme als zusätzliche Energiequelle genutzt werden. „Damit wird dieses Projekt ein Musterbeispiel für Nachhaltigkeit“, freut sich Bürgermeister Simon Tschann über die mannigfachen Synergien und Vorteile für alle Partner – vor allem aber für die Bludenzer Bevölkerung.
Die Investitionen für das Heizwerk selbst belaufen sich auf rund zwölf Millionen Euro. Die Stadt Bludenz ist mit 26 Prozent an der Nahwärme Bludenz-Bürs GmbH beteiligt. Insgesamt sieht die erste Ausbaustufe (Heizwerk und Wärmenetz) Investitionen von rund 21,8 Millionen Euro bis zum Jahr 2027 vor.
Nach der Beschlussfassung in den zuständigen Gremien soll die Generalversammlung der Gesellschaft Ende Juni den endgültigen Baubeschluss fassen. Der Baustart ist bereits für diesen Sommer vorgesehen. Die Fertigstellung des Heizwerks ist bis Mitte 2027 geplant, die ersten Kundinnen und Kunden sollen anschließend mit regional erzeugter Wärme versorgt werden können.
Bürgermeister Simon Tschann betont die Bedeutung des Projekts für die Stadt und ihre Bevölkerung:
„Mit dem Nahwärmeprojekt investieren wir gezielt in die Versorgungssicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger. Gemeinsam mit unseren starken Partnern und dem Energieversorgungsprofi illwerke vkw schaffen wir eine nachhaltige, regionale und krisenfeste Wärmeversorgung. Das ist ein bedeutender Schritt für den Klimaschutz, für mehr Energieunabhängigkeit und für die Lebensqualität in unserer Stadt.“
Für die Stadt Bludenz ist der bevorstehende Baubeschluss weit mehr als eine technische oder wirtschaftliche Entscheidung. Er markiert den Beginn eines Projekts, das die Energieversorgung der Region langfristig verändern wird – weg von fossilen Importen, hin zu regionaler, erneuerbarer Wärme. Damit setzt Bludenz gemeinsam mit seinen Partnern ein starkes Zeichen für Versorgungssicherheit, Klimaschutz und eine nachhaltige Zukunft. „Wir nutzen regionale Ressourcen, stärken die Wertschöpfung vor Ort und übernehmen Verantwortung für kommende Generationen“, so Tschann abschließend.
Text & Foto: Stadt Bludenz